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Ausschreibung
Wo beginnt, wo endet Privatsphäre? Die Grenze zwischen Intimität und Öffentlichkeit schwindet mit der Digitalisierung. Dank Mobiltelefonen können wir in der Fremde unseren Lieben nahe sein, mit Musik einen privaten Raum schaffen. Zugleich sind sie aber auch eine elektronische Fessel – immer erreichbar, immer online. Hinzu kommt die Zerstörung des Privaten durch Unternehmen, Staaten und Menschen, die sich selbst im Netz zur Schau stellen. Der Allmacht folgt die Ohnmacht, Angst und Anpassungsstress. Das Bedürfnis nach Geborgenheit, Schutz und Sicherheit steigt. Kann Mode ein Rückzugsort – zuhause oder unterwegs – sein? Kann sie vor Überwachung jeglicher Art schützen? Wer kennt mich, wer erkennt mich, wer steuert mich?
 
Aufgabenstellung

1. Teil: Analyse
Der erste Teil der einzureichenden Arbeit soll eine eigenständige Analyse heutiger Bekleidungsmuster umfassen. Gefragt ist der eigene Blick – ob auf der Straße oder in den Kleiderschränken. Die Analyseergebnisse müssen durch eigene Fotos dokumentiert und ergänzt werden. Blogs und Modemagazine sind nicht zugelassen.
Erst im zweiten Schritt soll die eigene Analyse durch Recherchen in entsprechenden Veröffentlichungen wie Marktstudien, Büchern oder Aufsätzen fundiert werden.

2. Teil: Konzeption
Auf Basis der Analyse erfolgt die Konzeption eines Entwurfs zum Thema „Privacy“. Gesucht werden anspruchsvolle, also eigenständige und in sich stimmige, aber marktnahe (was nicht bedeutet Trends zu folgen) Entwürfe.
Es bedarf dazu der Konzeption, Planung und Reflexion gesellschaftlicher und wirtschaftlicher, kultureller und politischer Prozesse.
 
3. Teil: Entwurf
Basierend auf diesem fundierten Konzept soll der dritte Teil der Arbeit die Ergebnisse in eine Kollektion mit mindestens vier Outfits übersetzen. Zur Jurierung sind zwei Outfits einzusenden. Die Preisträger verpflichten sich, nach Absprache spätestens bis zum 12. Januar 2009 fehlende Outfits anzufertigen und zur Preisverleihung nach München mitzubringen.
Die Wahl des Segments (Geschäfts-, Freizeit- oder Sportkleidung aber z.B. auch Unterwäsche) und Genre ist freigestellt. Ergänzende Accessoires sind möglich. Auch ob es sich beim Entwurf um Womenswear, Menswear oder Komplettkollektionen handelt, wird dem Teilnehmer überlassen und ist abhängig von der Analyse. Eine Saisonvorgabe gibt es nicht.


Teilnehmer

Der Wettbewerb richtet sich an besonders begabte Designstudenten aller Gestaltungsdisziplinen, insbesondere aus den Bereichen Textil- und Modedesign. Teilnahmeberechtigt sind Studierende ab dem 4. Semester. Bei Gruppen aus mehreren Semestern können auch jüngere Jahrgänge teilnehmen.

Die Teilnehmer müssen aktuell an einer europäischen Hoch- oder Modeschule eingeschrieben sein.

Schulen, an denen Mitglieder der Jury oder des Beirats zwischen dem 1. Februar 2009 und 31. Januar 2010 länger als einen Tag in der Lehre tätig sind, sind von der Teilnahme ausgeschlossen, um etwaige Interessenskonflikte zu vermeiden.

Die Arbeiten sollen für diesen Wettbewerb erarbeitet werden. Es können Arbeiten von Einzelpersonen oder, was besonders erwünscht ist, von interdisziplinären Teams und/oder in Kooperationen mit Unternehmen eingereicht werden.

Ebenfalls möglich sind Vordiplom- und Diplomarbeiten, wenn sie der Aufgabenstellung entsprechen und im Jahr 2009 erstellt wurden. Die eingereichten Arbeiten sollen bislang noch nicht veröffentlich worden sein.

Jury

Eine Jury aus international erfahrenen Experten aus Design, Industrie, und Medien und wählt nach festgelegten Kriterien die Preisträger aus. Die Entscheidung der Jury ist juristisch nicht anfechtbar.

Mitglieder der Jury 2010 sind:
Ivonne Fehn, Modeleitung, Süddeutsche Zeitung Magazin, München
Marcel Herrig, Unicut Design Limited, ShenZen, China
Jean Kress, Head of Design, Quiksilver Europe, Biarritz
, Frankreich

Martin Leuthold, Artdirector, Jakob Schlaepfer, St. Gallen, Schweiz

Joachim Schirrmacher, Büro für strategische Kommunikation, Hamburg

Bewertungskriterien
Die Arbeiten unter dem Thema „Privacy“ werden nach folgenden Kriterien bewertet:

  • Gesamtkonzept (Analyse, Strategie, Umsetzung des Themas, Zielgruppe, Interdisziplinarität)
  • Innovation/Vision (u.a. Verbindung von Funktion und Mode)
  • Technische und gestalterische Umsetzung (Qualität der Zeichnung, Präsentation, Verarbeitung, Passform, Farbkonzept, Materialauswahl)
  • Einsatzbereich, Funktionalität
Preise
Der Europäische Fashion Award „Fash 2010“ wird in zwei Kategorien verliehen. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro an Preisgeld dotiert.
 
Studierende
1. Preis: 1.750 Euro
2. Preis: 1.000 Euro
3. Preis: 750 Euro
 
Diplomanden
1. Preis: 3.500 Euro
2. Preis: 2.000 Euro
3. Preis: 1.000 Euro
 
Der Jury ist es freigestellt, die Preisgelder anders zu verteilen. Auch kann die Jury Anerkennungen vergeben. Diese sind mit 500 Euro dotiert.
Der Textilverband Schweiz stellt drei Stoffgutscheine zu 2.000, 1.500 und 1.000 Euro als zusätzliche Preise zur Verfügung. Diese sind gültig bis März 2011.
 
Dank der Unterstützung durch die ispo erhalten alle Preisträger weitere Kommunikationsleistungen:

  • Messestand/Ausstellungsfläche
  • Preisverleihung/Pressekonferenz
  • Integration in die Kommunikationsmedien der ispo
  • Präsentation auf www.sdbi.de
  • Pressemitteilung an über 2.000 internationale Journalisten
Sie erhalten so die Möglichkeit, sich den über 60.000 Fachbesuchern und über 2.000 internationalen Journalisten der ispo winter 10 zu präsentieren.
 
Alle Teilnehmer können sich ab dem 15. Dezember für den kostenlosen Besuch der Preisverleihung und der Messen ispo winter 10 anmelden: visit.ispo@sdbi.de
Termine
  • Einsendeschluss (der vollständigen Anmeldeunterlagen inkl. 2 Outfits und digitalem Kurzkonzept): 5. Oktober 2009.(Dies ist NICHT das Datum des Poststempels, sondern an diesem Tag müssen alle Unterlagen spätestens in München eingetroffen sein. Insbesondere aus der Schweiz muss die Zeit für den Zoll berücksichtigt werden).

    Adresse für Paketzustellungen
    Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie
    c/o Messe München GmbH
    Constanze Fuchs
    Am Messesee 2
    81829 München
    Deutschland

  • Jurysitzung: Anfang Oktober 2009
  • Die Benachrichtigung aller Teilnehmer erfolgt im November.
  • Nur Preisträger: Fertigstellung der weiteren Outfits bis 12. Januar 2009 (nach Absprache)
  • Preisverleihung: 7. Februar 2010 während der ispo winter 10
  • Anwesenheit der Preisträger in München: 6. Februar 2010 10.00 Uhr bis 10. Februar 19.00 Uhr
  • Ausstellung: Im Rahmen der ispo winter 10 vom 7. bis 10. Februar 2010


Preisverleihung und Ausstellung

Die Preisverleihung findet im Rahmen der ispo winter 10 vom 7. bis 10. Februar 2010 in München statt.
Die Gewinner reisen auf eigene Kosten. Für die Übernachtung wird eine Pauschale in Höhe von 400 Euro bei Einzelpersonen und 800 Euro bei Gruppen zur Verfügung gestellt. Das Geld wird nach Rechnungsstellung (an Messe München, Abteilung Finanzen, Am Messesee 2, 81829 München) im Anschluss an die Preisverleihung überwiesen.
Die Bewerber verpflichten sich, im Falle eines Preises persönlich an der Preisverleihung in München teilzunehmen sowie während der Dauer der Messe (sowie für den Aufbau am 6. Februar 2010 ab 10.00 Uhr) anwesend zu sein. Der genaue Termin wird rechtzeitig mitgeteilt.

Einzureichende Arbeit
Die einzureichende Arbeit für den Europäischen Fashion Award FASH 2010 zum Thema „Privacy“ gliedert sich in drei Teile:

  • Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
  • Präsentations Chart
  • Outfits
 
Dokumentation der Analyse und des Konzeptes
a) Kurzfassung: eine(!) Seite (3.500 Zeichen/500 Wörter) ohne Bilder/Illustrationen in Deutsch und Englisch. Diese muss unter mail@sdbi.de bis zum 5. Oktober 2009 eingesendet werden (.rtf oder .pdf, maximale Dateigröße 500 KB) sowie als Ausdruck der Präsentation beigelegt werden.
Oben rechts in der Ecke ist die Teilnehmernummer (kein Name!) in der Schriftgröße 20 Punkt zu vermerken.
Dateiname: Teilnehmernummer z.B. 8FASH10.rtf oder 11FASH10.pdf
 
b) Dokumentation der Recherche und des daraus resultierenden Konzeptes in Deutsch oder Englisch. Eine Liste der verarbeiteten Materialien mit genauer Angabe von Artikeln und Hersteller muss enthalten sein.
Umfang: 10 bis 30 Seiten Text; bis zu 20 Seiten Illustrationen, technische Zeichnungen, Material- und Farbkonzept; bis zu 10 Seiten Fotos.
Format: Din A4 (210 mm x 297 mm)
 
Präsentations Chart
Präsentation des Entwurfs anhand von Illustrationen, technischen Zeichnungen, Material- und Farbkonzept auf einer(!) Pappe
Format: Pappe Din A3 quer (420 mm x 297 mm)
 
Präsentations Chart und Dokumentation bitte zusammen in einer A3 Mappe versenden, die hinreichend die Unterlagen schützt (Postweg, Jurysitzung, Verwaltung der Arbeiten).
Jedes Kleidungsstück und jeder Teil der Dokumentation muss mit der Teilnehmernummer versehen sein, die nach der Anmeldung vergeben wird. Ist dies nicht der Fall, wird die SDBI die Nummer z.B. mit einem Edding aufbringen. Für daraus möglicherweise entstehende Schäden kann keine Haftung übernommen werden.
 
Outfits
Für die Jurierung sind zwei realisierte Outfits nach Wahl einzusenden.
Größen: Damen 36 oder S, Männer 52 oder L. Diese Größen sind einzuhalten! (sonst können die Kleider weder von den Models noch von den Schaufensterfiguren getragen werden)

                    Größe 36                 Größe 52
Brustumfang     84 cm                      104 cm
Taillenumfang    66 cm                     92 cm
Hüftumfang       94 cm                     112 cm
Seitenlänge      106 cm                     106 cm

Die verwendeten Materialien müssen dokumentiert werden (Hersteller und genaue Artikelbezeichnung, Zertifizierung, auch Angaben wie Second-Hand, etc.), etwaige Abweichungen der verwendeten Stoffe zu im Konzept vorgesehenen Materialien kenntlich gemacht werden.
Im Falle eines Preises müssen nach Absprache mit der Projektleitung zwei bis vier weitere Outfits (insgesamt also  mindestens vier Outfits) am 12. Januar 2010 in München eintreffen.
 
Für das Fitting (auch während der Jurierung) sind Bilder erforderlich, aus denen genau ersichtlich ist, wie das Model die Outfits anziehen soll. Bei komplizierten oder nicht eindeutigen Entwürfen muss das Anziehen Schritt für Schritt dokumentiert werden (vorne/hinten, rechts/links, Wickeltechniken, etc.).
 
 
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